Das flehenden „Rorate cæli“ der Trappisten
Einer der eindringlichsten und flehendsten gregorianischen Gesänge die ich je gehört habe, ist jener der Trappisten von Citeaux. Im Jahre 1947 wurden erstmals Ton-Aufnahme in der Abtei aufgenommen und später auf einer Schallplatte verewigt.
Das von Trappisten gesungene
„Rorate cæli desuper“.
Wir wissen, dass – wie vieles andere auch – der gregorianische Gesang nie einheitlich war, sondern verschieden interpretiert wurde. Denken wir an die Gregorianik-Schulen von Beuron und Maria Laach, jene von St. Ottilien, oder die der Benediktiner-Abteien der Schweiz. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil wird die Singweise des Gregorianischen Chorals vor allem von den Benediktinern in Solesmes bestimmt.
Nach wie vor wird – sowohl in den männlichen wie in den weiblichen Zweigen der meisten Mönchsorden (Benediktiner, Zisterzienser, Trappisten, Kartäuser u. a.) – der Gregorianische Choral wenigstens noch in Teilen gepflegt. In den Orden, die den traditionellen Ordnungen, die bis nach dem Konzil verbindlich …