Die SPD erreicht das Sekten-Stadium
Titanic des 21. Jahrhunderts: SPD-Kapitäne Klingbeil, Bas (Foto:Imago)
Die SPD war über Jahrzehnte hinweg eine politische Kraft, die ihre Legitimation daraus bezog, dass sie die Interessen jener vertrat, die dieses Land mit ihrer Arbeit trugen, seine Sozialsysteme finanzierten und zugleich erwarteten, dass Leistung, Ordnung und soziale Aufstiegschancen nicht nur beschworen, sondern politisch organisiert würden. Diese SPD existiert heute nur noch als Erinnerung, als historisches Zitat, das in Sonntagsreden beschworen wird, während sich die reale Partei längst von ihrer gesellschaftlichen Basis gelöst hat. Das geblieben ist, ist eine Organisation, die sich weniger über gesellschaftliche Anschlussfähigkeit definiert als über moralische Selbstvergewisserung, die Kritik nicht mehr als Korrektiv begreift, sondern als Angriff, und die Wahlergebnisse nicht als Urteil der Wähler liest, sondern als Missverständnis der Bevölkerung.
Wenn der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred …