Josef O.

Maria durch ein Dornwald ging

Heute am 1. Adventsonntag wurde zum Schluss der Hl. Messe als Marienlied das im Advent beliebte 'Maria durch ein Dornwald ging' gesungen. Dieses Lied ist irgendwie einzigartig, sowohl was den Text als auch die Melodie anbelangt. Um endlich mal wirklich voll und ganz zu verstehen, was wir da singen, bin ich heute der Sache genauer auf den Grund gegangen.
Das beliebte Lied stammt aus dem Eichsfeld, dem katholischen Teil Thüringens, wo es ursprünglich als Wallfahrtslied entstanden ist.
Zum Hintergrund dieses Liedes: Kurz nach der Verkündigung geht Maria übers Gebirge zu ihrer Base Elisabeth. Sie hat sich eilends auf den Weg gemacht, um Elisabeth, ihre Verwandte, zu besuchen, die im sechsten Monat schwanger ist, sie, die als unfruchtbar galt. Das Lied spricht aber nicht von Elisabeth, nicht von der Begegnung der beiden schwangeren Frauen. Es geht nur um Marias weiten Weg von Nazareth bis "in eine Stadt im Bergland von Judäa". Von Nazareth nach Ain Karim, dem heutigen En Kerem, 6 km von der Jerusalemer Altstadt entfernt, sind es gut 100 km ... kein Spaziergang, sondern drei stramme Tagesmärsche, also ein mühevoller, sehr beschwerlicher und nicht ungefährlicher Weg, zumal für ein 14-jähriges Mädchen, das auch noch schwanger ist. Im Dornwald-Lied geht es also um den Weg, den Maria auf sich nimmt, um ihre Base Elisabeth zu besuchen. Dieser Weg wird nun im Lied weitergedacht und weiter ausgemalt, ausgeschmückt und quasi gleichnishaft ausgedeutet.
Die erste Strophe lautet: "Maria durch ein Dornwald ging. Kyrie eleison. Maria durch ein Dornwald ging, der hat in sieben Jahr kein Laub getragen. Jesus und Maria."
Dieser Weg wird als schwierig beschrieben. Er führt durch einen "Dornwald". Durch einen Wald voller Dornensträucher. Da ist schwer durchzukommen. Auf Schritt und Tritt kann man hängen bleiben, sich wehtun. Die Dornen stechen, verletzen, fügen Wunden zu. Der Weg durch den Dornwald ist eine Herausforderung – für Maria und für uns. Das Bild vom "Dornwald" steht also für die Hindernisse, Anstrengungen und Gefahren. Die Welt: ein Dornenwald. Keiner kommt ohne Kratzer und Schrammen durch. "Unter jedem Dach ein Ach!" Dieses Bild sagt also etwas über unseren menschlichen Weg auf Erden aus. Er ist oft dornig und finster. Unsere Welt ist dürftig und düster. Und Maria geht durch diese Welt, durch Dornen und Disteln, die verwunden und den Weg zur Mühsal machen. Wer von uns kennt nicht die Erfahrungen, die hinter dem Bild vom "Dornwald" stecken, oft bittere Erfahrungen? Das Gestrüpp des Alltags, ein undurchdringlicher Wust. Man blickt kaum noch durch. Man kann sich verfangen, sich verlieren und sich verletzen. Spitze Dornen, Stacheln – Blicke, Worte, bös und gehässig – treffen, bleiben in der Haut stecken, verletzen, tun weh. Der Dornwald – das ist auch unsere Welt mit all ihren Widersprüchlichkeiten, Widerständen und Grausamkeiten. Der Dornwald – das ist wie im Märchen die Dornhecke und steht für Isolation, Beziehungslosigkeit. Der Dornwald – das sind die dunklen Stunden, die Stunden der Hilflosigkeit, der Ohnmacht, die Stunden der Angst. Die Not dieser Welt drückt das Lied dadurch aus, dass es den Dornwald schon sieben Jahre lang ohne Laub sein lässt: ein Bild bitterer Not! Sieben Jahre keine Blüten, keine Blätter, keine Früchte. Sieben Jahre Siechtum, Elend, kein Leben, nichts Grünes, kein Erblühen mehr. Sieben Jahre abgestorben, vertrocknet, dürr, im Grunde genommen tot. Sieben Jahre lang! Nach menschlichem Ermessen ist da nichts mehr zu erwarten. Die Situation ist hoffnungslos, aussichtslos, ganz trostlos.
Wie oft gibt es das auch in unserem Leben? Tausend Gründe, um zu resignieren. Zeiten ohne Laub, Wüstenzeiten, Zeiten der Trockenheit, der Unfruchtbarkeit, das Gefühl der Leere, des Ausgebrannt-Sein. Solche Zeiten können einem wie eine Ewigkeit vorkommen. Situationen, in denen nichts mehr zu machen ist. Nichts tut sich. Nichts geht voran. Es ist wie ein Treten auf der Stelle. Situationen, in denen sich unser Lebensraum verdunkelt und uns Angst überkommt, Zukunftsangst, Existenzangst. Situationen, in denen wir uns nicht mehr zurecht finden, ohne Orientierung sind, nicht mehr ein und aus wissen. Situationen, wo wir vielleicht nur noch rufen können:
"Kyrie eleison – Herr erbarme dich!" Das Adventslied zeigt uns, woran wir uns halten können. Maria zeigt es uns: an Gottes Erbarmen.
Nun, warum ist im Lied die Rede davon, dass der Dornwald schon sieben Jahre lang ohne Laub ist, also kein sichtbares Zeichen für Leben hervorgebracht hat? Sieben ist eine "heilige Zahl". Sie kann bedeuten: eine heile Welt, weit weg von uns. Die Zwerge im Märchen vom "Schneewittchen" wohnen "hinter den sieben Bergen", weit weg von menschlichen Behausungen. Schneewittchen kommt dorthin. Sieben ist auch Symbolzahl für eine lange Zeit, für einen langen Prozess, der auf ein Ziel hinstrebt. Aus der bildhaften Erzählung des Alten Testaments erfahren wir, dass Gott die Welt in sieben Tagen vollendet hat - als einen "Garten mit allerlei Bäumen, köstlich anzusehen, die gute Früchte trugen". Durch das Misstrauen dem Schöpfer gegenüber, durch die Sünde des Menschen wird die Erde verdorben, sie wird zum Ort der "Mühsal und Plage". Sie trägt "Dornen und Disteln". Durch sieben Jahre hindurch ist das so - eine unendlich lange Zeit, eine Zeit ohne Lebenssaft. Der Mensch zerstört, was Gott gut geschaffen hat. Die Welt "verwildert" zum "Dornwald". Was bleibt dem Menschen anderes als aus dieser Not heraus zu rufen: "Kyrie eleison!" Hilf, Herr, wir sind verloren! Die Not ist groß! Doch Gott gibt den Menschen nicht auf. Er geht ihm nach, sucht ihn, je mehr und je tiefer sich der Mensch im Dornengestrüpp verstrickt. In seiner "brennenden Liebe" will er den Menschen befreien. Er erscheint dem Mose "im brennenden Dornbusch": Gott ist da, mitten in dieser "dornigen Welt". Er hat sich nie abgewandt von ihr. Er bleibt ihr treu. Es ist ja seine Welt. Und er nennt dem Mose seinen Namen: "Ich bin der Ich-bin-da.".
In dieser heillosen, dornenvollen Welt ist Maria unterwegs, in unserer Welt. Sie trägt Christus in diese Welt hinein. Sie kennt das Leben. Es war auch für sie nicht immer ein Honigschlecken. Marias Leben war über weite Strecken ein geprüftes Leben. Doch Maria ist eben nicht allein. Sie geht mit Jesus, der verborgen in ihr gegenwärtig ist. Jesus und Maria. Mit der Nennung der Namen dieser beiden endet die erste Strophe.
Die zweite Strophe bringt schon Licht ins Dunkel: "Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrie eleison. Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, das trug Maria unter ihrem Herzen. Jesus und Maria."
Maria ist gesegneten Leibes. Sie trägt den unter dem Herzen, den das Volk Israel seit langem erwartet. Sie trägt das Kindlein "ohne Schmerzen". Jede Schwangerschaft, jede Geburt ist mit Schmerzen verbunden. Das sagt schon die Bibel über unsere Stammmutter Eva, zu der Gott sprach: "Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. Unter Schmerzen gebierst du Kinder" - Gen 3,16. Maria, die Mutter der erlösten Menschheit, ist "ohne Schmerzen", ein Anfang einer neuen Menschheit. Ihr Kind aber, das sie durch den harten Dornwald trägt, wird einmal selber eine Dornenkrone tragen, um unsere Sünden wieder gut zu machen. Und dann wird auch Maria seine Schmerzen mittragen. Als schmerzhafte Mutter wird sie beim Kreuz ihres Sohnes stehen. Maria wird dann mit ihm fühlen und mit ihm leiden. Und als schmerzhafte Mutter wird sie unter seinem Kreuz stehen. Maria, die Mater dolorosa. Jetzt trägt sie das Kindlein unter ihrem Herzen, dann liegt der tote Sohn auf ihrem Schoß. Maria, die Pieta.
In der dritten Strophe wird bildlich die Freude sichtbar gemacht, die das Kommen Marias mit dem Kind im Schoß gebracht hat: "Da haben die Dornen Rosen getragen. Kyrie eleison. Als das Kindlein durch den Wald getragen, da haben die Dornen Rosen getragen. Jesus und Maria."
Im dürren, düsteren, dornigen Wald beginnen Rosen zu blühen. Wo Maria und ihr Kind, Jesus, hinkommen, da kommt neues Leben, da wandelt sich die finstere Welt in lichte Freude. Als Maria hindurchgeht durch die Dornen – das noch ungeborene Jesuskind unter ihrem Herzen – da beginnt es im dürren, düsteren Wald zu blühen. Die Dornen blühen, der Dornwald blüht. "Da haben die Dornen Rosen getragen." Die Dornen werden nicht in Rosen verwandelt wie beim Rosenwunder, sondern die Dornen bleiben Dornen. Die Dornen bleiben. Aber da sind auch die Rosen. Die Dornen tragen Rosen! Mitten und zwischen den Dornen blühen Rosen.
Es gibt keine Rosen ohne Dornen. Es gibt kein Leben ohne Wunden. Es gibt kein Leben ohne Leid. Aber es gibt nicht nur die Dornen, es gibt auch die Rosen. Es gibt nicht nur das Dunkel, es gibt auch das Licht. Es gibt nicht nur den Schmerz, es gibt auch die Freude. Es gibt nicht nur den Hass, es gibt auch die Liebe. Es gibt nicht nur den Streit, es gibt auch die Versöhnung und den Frieden. Es gibt nicht nur das, was wir bedauern und betrauern. Es gibt auch das Frohe und Helle, das Schöne und das Gute. Die Frage ist, ob wir es sehen, ob wir es wahrnehmen? Bewahren wir uns einen Blick für die Rosen! Das ist heilsam, das tut gut. Das stärkt und gibt Kraft. Das ist Balsam für die Seele. "Die Seele nährt sich an dem, worüber sie sich freut", sagt der heilige Augustinus.
Das Kind, das Maria trägt, ist der Retter der Welt, der Heiland. Der tote Wald, der "in sieben Jahr kein Laub getragen" hat, erwacht zu neuem Leben. Die Dornen fangen an Rosen zu tragen. In Jesus will Gott in seine Welt kommen, in diesen "Dornwald". In Jesus will er sie befreien zum Leben: "Da haben die Dornen Rosen getragen..." Unerwartetes geschieht: Wo nichts zu erwarten ist, blüht neues Leben!
Wo Jesus hinkommt, da beginnt die Zeit der Rosen. Wo Jesu hinkommt, das wandelt sich Finsternis in Licht, Trauer in Freude, Tod in Leben. Die Begegnung mit Jesus lässt heil werden an Leib und Seele. "Gott rettet, Gott schenkt Heil, Gott ist Heil" - so heißt der Name Jesus in unsere Sprache übersetzt. Jesus, der Retter, der Heiland verstrickt sich in seiner nachgehenden, "unvorsichtigen Liebe" zu den Sündern so tief in den "Dornwald" hinein, dass diese Dornen am Ende wie das Sinnbild seiner wehrlosen Liebe erscheinen: "Sie setzten ihm eine Krone aus Dornen aufs Haupt", bevor sie ihn zu Tode bringen. Er aber bleibt nicht im Tod, sondern besiegt den Tod. Das Ende ist nicht Tod und Grab und Untergang, sondern Leben, Auferstehung, Ostern. Er, der Getötete, überwindet den tödlichen Stachel: "Tod, wo ist dein Stachel?" Was mit dem Kind begann, das "Maria unter ihrem Herzen durch den Dornwald trug", wird vollendet in Seinem Ostersieg.
Kurz zusammengefasst: Das Dornwald-Lied habe ich erst jetzt so richtig durch und durch verstanden. Im Dornwald-Lied geht es um den Dornwald unserer menschlichen Existenz, um unsere Erlösungsbedürftigkeit, um Erlösung durch Christus den Erlöser, den Maria, die Miterlöserin, der gefallenen Menschheit bringt, und letztlich um Auferstehung, Wandlung und neues Leben.
81K
Josef O.

Gott, darauf vertraue ich, dass Du da bist, wenn wir allein nicht schaffen, was uns das Leben zu tragen gibt. Gott, darum bitte ich Dich: Lass die Dornen Rosen tragen! Und lass unserem Glauben die Hoffnung nicht ausgehen!

Josef O.

Herr, unser Gott, du hast die Dornen erschaffen und die Rosen.
Du kennst das Leid und den Schmerz, die Freude und die Schönheit.
Du begleitest uns durch die dunklen Nächte unserer Not
und schenkst uns Zeichen der Hoffnung und Erfüllung.
In Christus bist du Mensch geworden und erträgst, was Menschen ertragen müssen.
In schweren und dornenreichen Zeiten blüht deine Liebe auf zu einem neuen Leben.
Deshalb vertrauen wir uns dir an mit unseren Hoffnungen und Ängsten, in Traurigkeit und Freude.
Amen.

2 weitere Kommentare von Josef O.
Josef O.

Die Ankunft des Jesuskindes hat den "Dornwald" unserer Welt ein für allemal verwandelt. Die Welt ist nicht verloren. Sie ist gerettet. Wir haben Grund zur Freude!
In einer anderen Textquelle wird dies sehr schön, sehr poetisch zum Ausdruck gebracht:
Eine Schwangere geht durch einen Dornenwald. Sie geht mit Gott schwanger. Und die Welt treibt prächtig Blüten. Es duftet nicht mehr nach Blut, sondern nach Rosen. Man sieht nicht mehr nur Wunden, sondern auch Wunder. In Weihnachten liegt eine alte Hoffnung. Die Hoffnung auf wirklich rosigere Zeiten. Gott wird ausgetragen. Und die Welt wird erträglicher. Fürchte Dich nicht, sondern jubele: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden!
Und wieder woanders heißt es: Gott lässt mitten im abgestorbenen Wald neues Leben wachsen. Noch sieht man es nicht. Doch es ist schon da. Jesus ist noch nicht geboren. Doch die Rosen, die blühen schon, in froher Erwartung. Der tote, harte Dornwald wird zum Ort für neues Leben. Das ist die Verheißung, von der dieses alte Lied erzählt.
Kurz zusammengefasst: Das Dornwald-Lied beschreibt die Wanderung Marias durch einen Dornwald, der durch die bloße Anwesenheit des noch ungeborenen "göttlichen" Kindes wieder anfängt zu blühen. Was uns blüht, ist also nicht der Tod. Was uns blüht, auch auf den Wegen durch den Dornwald, ist das Leben. Das ist die Weihnachtshoffnung! Das Dornwald-Lied bringt diese wundersame Verwandlung - Erlösung aus dem Dornwald unseres Lebens, Auferstehung, neues, ewiges Leben - sehr schön zum Ausdruck.

Josef O.

Ich könnte da noch viele andere interessante Textstellen anführen, die ich sehr inspirierend fand. So vertreibt z.B. die Verlagsgruppe Patmos ein Andachtsbild mit einem Text von Theo Schmidkonz SJ - dort heißt es:
Der Wald voller Dornen ist ein Symbol. Einmal für den schwierigen Weg Marias zu Elisabeth über ein weites Bergland. Dann auch ein Bild für ihre Situation: Ein Kind – empfangen vom Heiligen Geist – wer glaubt dies? Auch Josef zweifelt. Der Dornwald weist auch auf ihre Zukunft, die ebenfalls voller Probleme sein wird:
Maria versucht mit der ganzen Verwandtschaft, Jesus mit Gewalt heimzuholen, um ihn vor dem sicheren Tod zu bewahren. Sie hört von ihrem Sohn die herben Worte: "Wer ist meine Mutter?" Ihr Weg ist ein Weg durch die Wüste. Aber – so heißt es in diesem Lied weiter: »Als das Kindlein durch den Wald getragen, da haben die Dornen Rosen getragen." Weil Maria mit Jesus verbunden lebt, weil sie seinen Weg bejaht und erträgt, weil sie Jesus "in ihrem Herzen bewahrt", in ihrem Innersten eins ist mit ihm – darum fangen die Dornen zu blühen an, werden Dornen zu Rosen, zu Liebeszeichen. Und diese "Liebe hört niemals auf". "Als das Kindlein durch den Wald getragen", durch einen dichten, tödlichen Dornwald, "da haben die Dornen Rosen getragen". Ein Bild der Verheißung und Zuversicht: Die ewige Liebe ist Mensch geworden. Die Rose verwandelt jetzt jeden Dornwald. Und der Morgenstern in der Nacht verspricht Licht und ewiges Leben über unseren sicheren Tod hinaus.
Jesus, der Weg deiner Mutter war dornenreich. Kein Platz für sie in Betlehem. Gebären muss sie in einem Stall. Nur durch Flucht kann sie dich retten. Später kann sie das nicht mehr. Hilflos steht sie unter deinem Kreuz. Aber durch den dichten Dornwald hindurch trägt sie dich, Jesus – treu. Und du trägst verborgen auch sie.
Du liebst Maria, du liebst auch uns. Du bringst unsere Dornen zum Blühen, du verwandelst unsere Tränen in Rosen. Darum werden wir leben, über-leben. Denn deine Liebe ist stärker als der Tod.

Elista teilt das

Sehr interessante Deutung des bekannten Advetliedes
🌹🌹🌹

2590
Josef O.

@Elista Ja, das fand ich auch alles sehr interessant, allein schon deshalb, weil ich diese Deutung so bisher auch noch nicht kannte. Wie ich schon geschrieben habe: das Lied hat mit seiner eher melancholischen Melodie in Moll und dem recht schlichten Text, hinter dem sich aber eine tiefe Symbolik verbirgt, einen ganz speziellen Zauber... und deshalb sagen Viele, dass das eines ihrer liebsten Adventslieder sei, ähnlich bedeutsam wie 'Stille Nacht' dann zur Weihnachtszeit. Um diesen Zauber endlich in seiner ganzen Tiefe zu verstehen habe ich mir gestern ein Vielzahl von Texten dazu angeschaut, die ich dann auszugsweise für meinen Beitrag genutzt habe, u.a. einen Vortrag und eine Bildmeditation von P. Pius Kirchgessner OFMCap
Maria durch ein Dornwald ging
Maria durch ein Dornwald ging
... plus diese Forschungsstelle für Volksmusik:
Maria durch ein Dornwald ging • Forschungsstelle für fränkische Volksmusik

Als Kind mochte ich dieses Lied nie, es war mir zu gruselig und tat in den Kinderohren weh; erst der Musiklehrerin in der HWS gelang es, mir Text & Melodie zugänglich zu machen und es wurde zum Standardlied jeden Advents. Ich sang das dann gerne, allerdings nur im Chor, als Volksgesang scheiterte jeder Vortrag, Gott sei Dank erkannten das die damaligen Pfarrer und stimmten lieber "Tauet Himmel" oder "Ave Maria zart" an... 😇 🤗