Zentralkalifornische Pfirsichbauern stehen vor einem drastischen Einschnitt: Rund 420.000 Clingstone-Pfirsichbäume sollen entfernt werden, nachdem der Konservenhersteller Del Monte seine Werke in Modesto und Hughson dauerhaft geschlossen hat. Die 139 Jahre alte Firma hatte im vergangenen Juli Gläubigerschutz beantragt und ihre Konservenwerke im April endgültig stillgelegt, berichtet „The Independent”.
Die Schließung der Werke hat hunderte Arbeitsplätze gekostet und zahlreiche Erzeuger hart getroffen. Diese hatten teilweise seit 20 Jahren Lieferverträge mit Del Monte und finden nun kaum alternative Abnehmer.
Nach Angaben der Zeitung Sacramento Bee, auf die sich The Independent beruft, drohen den Bauern Einnahmeausfälle von rund 550 Millionen Dollar. Die abrupt weggefallene Verarbeitungs- und Absatzstruktur bedeutet, dass große Mengen der Ernte nicht mehr wirtschaftlich verwertet werden können.
Politische Unterstützung und Notfallprogramm
Als Reaktion haben mehrere US-Politiker Notfall-Hilfsprogramm angekündigt. Betroffene Erzeuger sollen demnach bis zu neun Millionen Dollar an Bundesmitteln erhalten, um bis zur nächsten Erntesaison bis zu 420.000 Pfirsichbäume zu roden.
Die Saison für Clingstone-Pfirsiche dauert üblicherweise von Ende Mai bis September. Das Programm soll etwa 3.000 Hektar Plantagen betreffen und nach Einschätzung der Verantwortlichen verhindern, dass die Märkte mit rund 50.000 Tonnen Früchten zusätzlich überschwemmt werden. Dadurch könnten weitere Verluste der Landwirte in Höhe von geschätzt 30 Millionen Dollar vermieden werden, so „The Independent”.