hl. Charbel Markhlouf - Gedenktag: am 24. Juli.
önch, Einsiedler
* 8. Mai 1828 in Beka Kafra bei Bscharre im Libanon
† 24. Dezember 1898 in Annaya / Mar Mqin im Libanon
Youssef Antoun Makhlouf war der Sohn eines armen Bauern aus dem Hochgebirge Nordlibanons. Schon als Kind fiel er durch seine Frömmigkeit auf, er verspürte schon früh die Berufung zum Mönchtum. Mit 23 Jahren trat er zunächst zur Vorbereitung in das Kloster Unserer Lieben Frau von Mayfouk ein, dann in das Kloster St. Maron in Annaya, wo er den Namen eines frühen Märtyrers, Charbel, annahm. 1853 legte er seine Gelübde ab, und 1859 wurde er zum Priester geweiht. 16 Jahre führte er dort ein Leben des Gehorsam gegen seine Oberen, der Buße und außerordentlicher Frömmigkeit. Nacht für Nacht kniete er betend vor dem Tabernakel, auch bei großer Kälte. 1875 erhielt er, da er sich zum Einsiedlerleben berufen fühlte, die normalerweise nicht gewährte Erlaubnis (seine Oberen mussten durch ein Wunder überzeugt werden), das Kloster zu verlassen und in der Klause Peter und Paul in der Nähe des Klosters als Einsiedler zu leben. Dort lebte er wiederum ein Leben strenger Buße und des Gebets vor dem Tabernakel, dabei fastete er ständig und leistete harte körperliche Arbeit. 1898 erltt Charbel bei der heiligen Messe einen Schlaganfall. Während der acht Tage, die er unbeweglich bis zu seinem Tod verbringen musste, betete er unaufhörlich, er beendete die Messgebete und rief immer wieder die Namen Jesu, Mariens und Josefs sowie der hl. Apostel Petrus und Paulus an. In der Nachtwache bei Charbels Leichnam in der Kälte und Härte der Einsiedelei erkannten die Mönche das Ausmaß von Charbels Entbehrungen, der nicht nur eine Nacht, sondern 23 Jahre lang Hunger, Kälte, Armut und Erschöpfung ertragen hatte.
Drei Tage nach seinem Tod wurde Charbel, wie es Brauch war, ohne Sarg bestattet, doch von seinem Grab strahlte Licht aus. Daher wurde Charbels Leichnam schließlich Monate später exhumiert - man fand ihn unversehrt - und in einem Sarg beerdigt. Von da an strömten Pilger zu seinem Grab, bis heute wird von unzähligen Heilungen berichtet, die sich nicht nur im Libanon, sondern auch in anderen Teilen der Welt ereignen, nicht nur an Christen, sondern auch an Muslimen, die Charbel ebenfalls sehr verehren, und sogar an Nichtglaubenden.
Charbel wurde von Papst Paul VI. 1965 selig- und 1977 heiliggesprochen. Derzeit wird über seinem Grab eine große Kathedrale errichtet
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,18-23.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt,
aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.
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Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Papst
Rede vor dem Europarat am 8. Oktober 1988 (© domradio.de)
Die Seele Europas stets lebendiger und weitherziger gestalten
Wenn Europa sich selbst treu bleiben will, muss es alle lebendigen Kräfte dieses Kontinentes vereinen, indem es den eigentümlichen Charakter jeder Region berücksichtigt, aber auch in seinen Wurzeln einen gemeinsamen Geist findet. Die Mitgliedsstaaten Ihres Rates sind sich bewusst, dass sie nicht das ganze Europa darstellen; durch den Ausdruck meines innigen Wunsches, die begonnene Zusammenarbeit mit den anderen Völkern, insbesondere derjenigen Mittel- und Osteuropas, vertieft zu sehen, habe ich das Empfinden dem Wunsche vieler Millionen Männer und Frauen entgegenzukommen, die auf ein den Möglichkeiten dieses Kontinentes angemessenes Leben in Einheit und Solidarität hoffen. Über Jahrhunderte hinweg hat Europa eine beträchtliche Rolle in den anderen Teilen der Welt gespielt. Man muss jedoch einräumen, dass es bei seiner Begegnung mit anderen Kulturen sich nicht immer von seiner besten Seite gezeigt hat, niemand kann jedoch bestreiten, dass es auf eine glückliche Art und Weise viele seiner langsam herangereiften Werte mit den anderen geteilt hat. Seine Söhne haben bei der Verbreitung der christlichen Botschaft eine wesentliche Rolle gespielt. Wenn Europa heute eine Rolle zu spielen gedenkt, muss es in Einheit sein Unternehmen klar auf den menschlichsten und großzügigsten Teil seines Erbes begründen. […] Indern ich heute vor die erste in der Welt bestehende internationale parlamentarische Versammlung komme, bin ich mir bewusst, dass ich mich an berufene Volksvertreter wende, die in der Treue zu ihren Lebensquellen sich zusammenschließen wollten, um ihre Einheit zu festigen und sich den anderen Völkern aller Kontinente in der Achtung der menschlichen Wahrheit zu erschließen. ich kann bezeugen, dass die Christen bereit sind, bei den Aufgaben Ihrer Institutionen aktiv mitzuarbeiten. Ich wünsche diesem Ihrem Rat eine fruchtbare Arbeit, um die Seele Europas stets lebendiger und weitherziger zu gestalten.